wie man lesbare newsletter entwirft

111 Gründe, Anwälte zu hassen - Buch von Eva Engelken

Ratgeber von Eva Engelken mit Tipps, wie man trotzdem zu seinem Rccht kommt

Und weiter geht’s mit der Blogwichtelei im Netzwerk Texttreff: Meine Kollegin Eva Engelken, Wirtschaftsjournalistin und Autorin von 111 Gründe, Anwälte zu hassen, fasst zusammen, worauf es beim Schreiben von Newslettern ankommt: Darauf, sich vor dem Schreiben die Botschaft klar zu machen, sie hinzuschreiben und die Leser ansonsten in Ruhe zu lassen.

Ein Job, mit dem mich Kunden manchmal beauftragen, besteht darin, Texte lesbarer zu machen. Oft haben sie auch schon erfreulich klare Vorstellungen, wie das gehen soll. „Frau Engelken, Sie wissen schon, Schachtelsätze aufdröseln, weniger ‚heit‘ und ‚keit‘ und mehr Beispiele und so.“

„Genauso!“, sage ich. „Schicken Sie mal rüber.“ Dann bekomme ich die Texte für den nächsten Newsletter und staune.

Nicht über die Schachtelsätze, die habe ich ja erwartet. Sondern über den Krautsalat, der sich vor mir als Sätze getarnt ausbreitet. Ich bin dann versucht, den Newsletterentwurf zurückzuschicken mit den Worten: „Bitte machen Sie sich vorher klar, was Sie wem mitteilen wollen und warum. Dann kostet meine Überarbeitung nur noch halb so viel und die Chance wächst, dass jemand Ihre Texte liest.“

Das sage ich dem Kunden ein bisschen freundlicher, aber im Kern bleibe ich bei meinem Ratschlag. Machen Sie als Schreiber oder als Schreiberin sich – am besten vor dem Schreiben – klar, was Sie wem mitteilen wollen und warum.

1. Was wollen Sie sagen?

Dass das neue Produkt die Haut vor schädlichen UV-Strahlen bewahrt und deshalb in jeden Wanderrucksack gehört? Dass es bei Hitze flüssig wird, dies seiner Wirksamkeit aber keinen Abbruch tun? Dann tun Sie das auch und reden nicht um den heißen Brei herum. Fangen Sie nicht bei Adam und Eva an, wenn Sie vom Paarungsverhalten im 21. Jahrhundert sprechen wollen

2. Wem wollen Sie es sagen?

Dieser Punkt ist wichtig für alle Texte über Fachthemen und von Fachleuten Machen Sie sich klar, wieviel Ihre Leserschaft vom Thema schon weiß – oder wie wenig. Dann wissen Sie, welche Erklärungen Sie ihr liefern müssen, damit sie von Ihrem Text etwas hat.

3. Warum wollen Sie etwas mitteilen?

Nichts geschieht ohne Sinn, selbst Newsletter entspringen einer meist ehrenwerten Motivation. In der Regel sollen sie der Kundschaft das Gefühl geben, in guten Händen zu sein. Dazu gehört, sie zu unterhalten, ihr alles Neue und Relevante zu erklären und sie ansonsten in Frieden zu lassen.

Heißt für Sie als schreibende Person: Verdeutlichen Sie den aktuellen Anlass für Ihren Text. Läuft Ihrer Leserschaft eine Frist davon? Erlangt sie einen Vorteil, wenn sie Ihre Information jetzt aufnimmt? Kurz: Was gewinnt sie durch die Lektüre Ihres Texts, was sie vorher nicht hatte?

Wenn Sie diese Vorüberlegungen angestellt haben, können Sie sich daran machen, Ihren Text zu verfassen. Wenn Sie dann auch noch auf Schachtelsätze und Ähnliches verzichten, sind Sie auf einem ganz schön guten Weg.


Vielen Dank für diesen Text, liebe Eva!

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Texterin, Redakteurin, Bloggerin. Liefert Konzept, Text und Redaktion für Web, Werbung und Corporate Publishing. Bloggt hier übers Leben und Texten und dort übers Reisen: rumreiserei