worthauerei

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katzen!

Samstag, 17. Dezember 2011

jetzt kommt hier was ganz komisches. die riesin hat da mit einer anderen riesin oder mit mehreren was gedealt, aber ich hab es nicht so richtig verstanden. jedenfalls hat mir eine katze (!) jetzt was geschickt, das ich hier veröffentlichen soll. zuerst war ich ja geschockt und empört. ich meine: eine KATZE! in meinem blog! aber was sie bzw. er – ist wohl ein katzenrüde – schreibt, ist echt interessant. mich beschleicht das leise gefühl, dass ich da irgendwas falsch mache mit meinen riesen. doch lest selbst. achja, der katzenrüde hat natürlich nicht selbst getippt, sondern es seiner dosenöffnerin julia diktiert.

schoenheitsschlaf

Aus dem Alltag einer strengen Schönheit

Guten Tag, werte mitlesende Vier- und Zweibeiner; einen besonderen Gruß richte ich an den werten Herrn McCoy. Gestatten: Mein Name ist Ferox, ich bin ein unverschämt gut aussehender Kater, herausragend an mir ist meine außerordentliche Schönheit, und ich wurde unlängst eingeladen, in diesem Blog als Gast zu schreiben.

Mir erscheint das durchaus angemessen, denn ein so schönes Tier wie ich sollte eine Plattform haben, auf der es sich in angemessener Weise präsentieren kann. Ein eigenes Blog habe ich nicht, dafür bleibt mir nämlich keine Zeit. Ich habe im Laufe eines Tages einfach viel zu viel zu tun. Etwa 18 Stunden schlafe ich, die restliche Zeit verbringe ich damit, mein seidiges Fell zu pflegen (meine Schönheit ist zwar angeboren, will aber auch umsorgt werden); und natürlich ist eine zentrale Aufgabe, meine Menschen zu beaufsichtigen. Werter Herr McCoy, bei diesem Thema fällt mir ein: Ich hörte einst, es gebe sogenannte Hundeschulen? Das scheint ein faszinierendes Konzept. Wir Katzen haben die Menschendressur nicht institutionalisiert, wir glauben an Homeschooling und individuellen Einzelunterricht für unsere Dosenöffner. Gerne würde ich mich aber einmal mit Ihnen über die Hundeschulen-Idee unterhalten; wie darf ich mir das vorstellen? Sitzen die Menschen der Hunde in Klassenverbänden, wenn sie von ausgewählten Vertretern Ihrer Art geschult werden? Legen Hundeschulen den Schwerpunkt der Lernziele eher auf Fütterungshäufigkeit oder auf Schmusefertigkeiten? Wie lange dauert es, bis ein Mensch angemessen abgerichtet ist? Ist er danach zuverlässig ausgebildet, um auf alle Tierbedürfnisse auch langfristig reagieren zu können? Gibt es Aufbaukurse? Bei Gelegenheit bitte ich um intensiven Austausch in dieser Sache; vielleicht kann ich das Konzept meiner Art vorstellen. Falls es auf Interesse trifft, verspreche ich mir einen ungeheuren Zeitgewinn, sobald ich mich nicht mehr tagein, tagaus selber kümmern muss; Menschen machen auf Dauer ja so viel Arbeit!

Ich fürchte, ich war zeitweilig abgelenkt und habe beinahe zu wenig betont, dass ich schön bin. Mein glänzendes, weiches, schwarzes Fell, meine hellgrünen Äuglein, meine Samtpfoten, die aussehen, als trüge ich Söckchen aus reinstem Puderzucker … Ich bin oft sehr streng zu den Menschen, die zu beaufsichtigen ich mich vor mittlerweile 16,5 Jahren bereiterklärt habe, aber das macht ihnen nichts aus. Denn ich bin schön! Wenn ich einem meiner Untergebenen eine besondere Freude machen will, dann setze ich tigergleich zum Sprung auf seinen Schoß an, lasse mich federleicht darauf nieder, schmiege mein Köpfchen an seinen Oberkörper, schenke ihm einen majestätischen Blick aus meinen Saphiraugen und lasse ein leises, fast nur angedeutetes „Miiiiiaaauuu …“ hören. Sie sollten sehen, wie meine Menschen dann dahinschmelzen. Das ist alles, was ich tun muss, damit sie mir an einem weiteren Tag bis zu 40 Mal die Terrassentür öffnen, weil ich das Haus zu verlassen und betreten gedenke, wann immer es mir beliebt. Und wenn es alle zwei Minuten ist, dann ist das eben so. Und wenn ich Einlass verlangt habe und mich, kaum ist die Tür geöffnet, spontan umentscheide, an Ort und Stelle sitzenbleibe und mir doch lieber die Pfötchen lecke, dann ist auch das eben so. Dafür hat man doch Menschen – um sich das Leben gänzlich nach seinen eigenen Vorstellungen zu gestalten, oder?

in gelassener haltung

Werter Herr McCoy, ich bin beizeiten gerne bereit, Ihnen meinen Auf-den-Schoß-spring-und-umwerfend-dreinblicken-Trick zwecks gestatteter Nachahmung näher zu beschreiben, wenn Sie mir im Gegenzug erklären, wie ich diese lästigen Post- und Paketzusteller dauerhaft von meinem Grundstück vertreibe. Mir ist nämlich das Klingeln der Eingangstür absolut nicht genehm; ich dulde diese Störung nicht! Man sagt sich, Vertreter Ihre Art seien Spezialisten in dieser Disziplin?

Ich habe nun genug geplaudert; ich weiß natürlich, Sie wüssten gerne noch viel mehr aus meinem exklusiven Leben. Für Weiteres bin ich aber zu beschäftigt – ich habe noch Schönheitsschlaf, Fellpflege und Menschendressur zu erledigen. Es ist nun an der Zeit, Ihnen für die Einladung in Ihr Blog mit einem angedeuteten, beinahe nur gehauchten „Miiiiiaaauuu …“ zu danken. Und vergessen Sie nicht: „Wo gemaunzt wird, da gibt es Kitekat!“ (Altes Katersprichwort.)

(von Julia Dombrowski, Textsektor-Blog)

# mccoy am 17. Dezember 2011 um 00:13 Uhr
leben bewufft
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