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schoenheitsschlaf

Aus dem Alltag einer strengen Schönheit

Guten Tag, werte mitlesende Vier- und Zweibeiner; einen besonderen Gruß richte ich an den werten Herrn McCoy. Gestatten: Mein Name ist Ferox, ich bin ein unverschämt gut aussehender Kater, herausragend an mir ist meine außerordentliche Schönheit, und ich wurde unlängst eingeladen, in diesem Blog als Gast zu schreiben.

Mir erscheint das durchaus angemessen, denn ein so schönes Tier wie ich sollte eine Plattform haben, auf der es sich in angemessener Weise präsentieren kann. Ein eigenes Blog habe ich nicht, dafür bleibt mir nämlich keine Zeit. Ich habe im Laufe eines Tages einfach viel zu viel zu tun. Etwa 18 Stunden schlafe ich, die restliche Zeit verbringe ich damit, mein seidiges Fell zu pflegen (meine Schönheit ist zwar angeboren, will aber auch umsorgt werden); und natürlich ist eine zentrale Aufgabe, meine Menschen zu beaufsichtigen. Werter Herr McCoy, bei diesem Thema fällt mir ein: Ich hörte einst, es gebe sogenannte Hundeschulen? Das scheint ein faszinierendes Konzept. Wir Katzen haben die Menschendressur nicht institutionalisiert, wir glauben an Homeschooling und individuellen Einzelunterricht für unsere Dosenöffner. Gerne würde ich mich aber einmal mit Ihnen über die Hundeschulen-Idee unterhalten; wie darf ich mir das vorstellen? Sitzen die Menschen der Hunde in Klassenverbänden, wenn sie von ausgewählten Vertretern Ihrer Art geschult werden? Legen Hundeschulen den Schwerpunkt der Lernziele eher auf Fütterungshäufigkeit oder auf Schmusefertigkeiten? Wie lange dauert es, bis ein Mensch angemessen abgerichtet ist? Ist er danach zuverlässig ausgebildet, um auf alle Tierbedürfnisse auch langfristig reagieren zu können? Gibt es Aufbaukurse? Bei Gelegenheit bitte ich um intensiven Austausch in dieser Sache; vielleicht kann ich das Konzept meiner Art vorstellen. Falls es auf Interesse trifft, verspreche ich mir einen ungeheuren Zeitgewinn, sobald ich mich nicht mehr tagein, tagaus selber kümmern muss; Menschen machen auf Dauer ja so viel Arbeit!

Ich fürchte, ich war zeitweilig abgelenkt und habe beinahe zu wenig betont, dass ich schön bin. Mein glänzendes, weiches, schwarzes Fell, meine hellgrünen Äuglein, meine Samtpfoten, die aussehen, als trüge ich Söckchen aus reinstem Puderzucker … Ich bin oft sehr streng zu den Menschen, die zu beaufsichtigen ich mich vor mittlerweile 16,5 Jahren bereiterklärt habe, aber das macht ihnen nichts aus. Denn ich bin schön! Wenn ich einem meiner Untergebenen eine besondere Freude machen will, dann setze ich tigergleich zum Sprung auf seinen Schoß an, lasse mich federleicht darauf nieder, schmiege mein Köpfchen an seinen Oberkörper, schenke ihm einen majestätischen Blick aus meinen Saphiraugen und lasse ein leises, fast nur angedeutetes „Miiiiiaaauuu …“ hören. Sie sollten sehen, wie meine Menschen dann dahinschmelzen. Das ist alles, was ich tun muss, damit sie mir an einem weiteren Tag bis zu 40 Mal die Terrassentür öffnen, weil ich das Haus zu verlassen und betreten gedenke, wann immer es mir beliebt. Und wenn es alle zwei Minuten ist, dann ist das eben so. Und wenn ich Einlass verlangt habe und mich, kaum ist die Tür geöffnet, spontan umentscheide, an Ort und Stelle sitzenbleibe und mir doch lieber die Pfötchen lecke, dann ist auch das eben so. Dafür hat man doch Menschen – um sich das Leben gänzlich nach seinen eigenen Vorstellungen zu gestalten, oder?

in gelassener haltung

Werter Herr McCoy, ich bin beizeiten gerne bereit, Ihnen meinen Auf-den-Schoß-spring-und-umwerfend-dreinblicken-Trick zwecks gestatteter Nachahmung näher zu beschreiben, wenn Sie mir im Gegenzug erklären, wie ich diese lästigen Post- und Paketzusteller dauerhaft von meinem Grundstück vertreibe. Mir ist nämlich das Klingeln der Eingangstür absolut nicht genehm; ich dulde diese Störung nicht! Man sagt sich, Vertreter Ihre Art seien Spezialisten in dieser Disziplin?

Ich habe nun genug geplaudert; ich weiß natürlich, Sie wüssten gerne noch viel mehr aus meinem exklusiven Leben. Für Weiteres bin ich aber zu beschäftigt – ich habe noch Schönheitsschlaf, Fellpflege und Menschendressur zu erledigen. Es ist nun an der Zeit, Ihnen für die Einladung in Ihr Blog mit einem angedeuteten, beinahe nur gehauchten „Miiiiiaaauuu …“ zu danken. Und vergessen Sie nicht: „Wo gemaunzt wird, da gibt es Kitekat!“ (Altes Katersprichwort.)

(von Julia Dombrowski, Textsektor-Blog)

kommentare:

Werte Frau Lilian, werte versammelte Gesellschaft,

ich danke für Ihre lobenden Worte, aber ich bin leider zu beschäftigt mit Räkeln und Fordern für ein eigenes Blog. Solange Sie nicht die unduldbare Türklingel betätigen, dürfen Sie allesamt aber mal zu mir kommen, um mich hinter den flauschigen Öhrchen zu kraulen.

Mit erhaben Grüßen
Ferox (ich bin übrigens schön)

Ferox  am  19. Dezember 2011


Ich schmeiß mich weg!!!
Julia, Du möchtest bitte AUGENBLICKLICH ein Blog für Seine Majestät Ferox I. einrichten. Wenn einer es verdient hat, dann er! Und wenn welche verdient haben, von ihm zu lesen, dann doch wir alle!
SO!

Lilian Kura  am  19. Dezember 2011


Also, ich werde das dem Kater definitiv NICHT vorlesen! Vieles kann er ja schon von alleine, aber sonst lernt er noch die letzten Tricks.

Klasse geschrieben!

Daniela  am  17. Dezember 2011


Verehrter Herr Ferox,

Sie sind aber ein hübscher Kater *gurr*.

Ich hoffe, Sie werden auch angemessen mit Nahrung versorgt? Menschendressur ist ja überaus anstrengend, wie ich leider aus eigener Erfahrung weiß. Menschen sind ja manchmal so schwer von Begriff. *seufz*

Schnurr

Hexe mit Emma

Hexe  am  17. Dezember 2011


So ein schöner Text!!!! Habe ich gerade meinem KAter vorgelesen, der ist ja noch ahnungslos mit seinen anderthalb Jahren, aber schon genauso schön. Wirklich!

text-burger  am  17. Dezember 2011


Einfach köstlich! :-)

Ines  am  17. Dezember 2011


Oh ja, die Türszenen kenne ich auch - unsere Katze hat das v. a. abends gemacht, wenn wir gemütlich abhängen wollten. Ihr Homeschooling war da sehr erfolgreich.

HBaller  am  17. Dezember 2011


Julia, sehr schön! Ferox hat mich ein wenig an den Kater Murr erinnert, der mir in meiner Magisterzeit häufiger untergekommen ist ...

Nina  am  17. Dezember 2011


Ach, Julia, wie toll ist das denn? Irgendwann hab ich wohl auch ne Katze, wenn das so weitergeht ... ;)

Andrea  am  17. Dezember 2011


Perfektion!

“Legen Hundeschulen den Schwerpunkt der Lernziele eher auf Fütterungshäufigkeit oder auf Schmusefertigkeiten?”

ES IST SOOO LUSTIG! <3 <3 <3

Berlinessa  am  17. Dezember 2011


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